Zerspanungswissen
Die richtige Schnittgeschwindigkeit entscheidet darüber, ob ein Metallbohrer sauber schneidet oder vorzeitig verschleißt. Hier bekommst du eine praxisnahe Übersicht – inkl. Tabellen, Materialeinfluss und typischen Fehlern.
Kurzfassung: Wird mit zu hoher Schnittgeschwindigkeit gebohrt, überhitzt der Bohrer. Wird zu langsam gebohrt, reibt er statt zu schneiden. Beides führt zu schnellem Verschleiß, schlechter Bohrqualität und unnötigem Werkzeugverbrauch.
Die Schnittgeschwindigkeit beschreibt die Umfangsgeschwindigkeit der Bohrerschneide relativ zum Werkstück. Sie wird üblicherweise in m/min angegeben.
Merke: Je härter und zäher der Werkstoff, desto geringer die empfohlene Schnittgeschwindigkeit.
Die folgenden Übersichten basieren auf Herstellerangaben (u. a. Bohrcraft) und zeigen empfohlene Schnittgeschwindigkeiten für typische Metalle.
Wichtig: Die angegebenen Schnittgeschwindigkeiten sind Richtwerte. Maschinenzustand, Kühlung, Bohrtiefe, Spanabfuhr sowie der eingesetzte Bohrertyp (HSS / HSS-E) beeinflussen das Ergebnis maßgeblich.
Faustregel aus der Werkstatt: Wenn der Span blau wird oder riecht – bist du zu schnell.
Wer die richtige Schnittgeschwindigkeit wählt, bohrt schneller, sauberer und wirtschaftlicher. Die Tabellen sind eine hervorragende Basis – entscheidend ist, sie in der Praxis bewusst anzuwenden.