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Schraubengrößen richtig lesen: M6, Durchmesser und Länge erklärt

Was bedeutet M6 × 30, wo wird die Schraubenlänge gemessen und wie erkennt man die Gewindesteigung? Diese Anleitung erklärt metrische Schraubengrößen Schritt für Schritt.

Was bedeutet M6 × 30?

Kurzantwort: Bei einer Bezeichnung wie M6 × 30 steht M für ein metrisches ISO-Gewinde, 6 für den Gewinde-Nenndurchmesser von 6 mm und 30 für die Nennlänge der Schraube in Millimetern. Wie die Länge gemessen wird, hängt von der Kopfform ab.

M

Metrisches Gewinde

Der Buchstabe kennzeichnet ein metrisches ISO-Gewinde mit einem Profilwinkel von 60 Grad.

6

Nenndurchmesser

Die Zahl nach M bezeichnet den nominellen Außendurchmesser des Gewindes – hier 6 mm.

30

Nennlänge

Die Zahl hinter dem Multiplikationszeichen gibt die Schraubenlänge an – hier 30 mm.

Metrische Sechskantschraube mit Markierungen für Gewindedurchmesser, Schraubenlänge und Gewindesteigung
GewindesteigungSchraubenlängeGewindedurchmesser

Wichtig: Fehlt die Steigungsangabe, ist bei üblichen metrischen Verbindungselementen normalerweise das Regelgewinde gemeint. Ein Feingewinde wird beispielsweise als M10 × 1,25 angegeben. Produktnorm und Zeichnung bleiben maßgeblich.

Wo wird die Schraubenlänge gemessen?

Entscheidend ist die Fläche, mit der der Schraubenkopf am Bauteil aufliegt. Bei aufliegenden Köpfen beginnt die Längenmessung unter dem Kopf. Bei Senkköpfen, die vollständig im Werkstück verschwinden, wird der Kopf in der Regel mitgemessen.

Vergleich der Längenmessung bei einer Sechskantschraube und einer Senkkopfschraube
Sechskantkopf: ab KopfauflageSenkkopf: Gesamtlänge einschließlich Kopf

Kopf wird nicht mitgemessen

Bei Sechskant-, Zylinder-, Linsen- und vielen Flachköpfen wird üblicherweise von der Auflagefläche unter dem Kopf bis zum Schraubenende gemessen.

Kopf wird mitgemessen

Bei Senkkopfschrauben entspricht die Nennlänge normalerweise der Gesamtlänge von der Kopfoberseite bis zum Schraubenende.

Achtung bei Sonderformen: Zapfen, Spitzen, Bohrspitzen, Bund- und Passbereiche können nach eigenen Produktnormen bemaßt werden. Bei einer Ersatzbeschaffung deshalb nicht nur mit dem Lineal vergleichen, sondern Norm und Bauform prüfen.

Durchmesser und Gewindesteigung richtig messen

  1. Außendurchmesser messen
    Mit dem Messschieber über die äußersten Gewindespitzen messen. Der Messwert liegt wegen Toleranzen oft geringfügig unter dem Nennmaß.
  2. Steigung bestimmen
    Den Abstand zweier benachbarter Gewindespitzen parallel zur Schraubenachse messen. Sicherer ist eine Gewindelehre.
  3. Länge bestimmen
    Je nach Kopfform ab Kopfauflage oder einschließlich Senkkopf bis zum Schraubenende messen.
  4. Norm und Ausführung prüfen
    Kopfform, Antrieb, Voll- oder Teilgewinde, Festigkeitsklasse, Werkstoff und Oberfläche abgleichen.

Warum misst M6 manchmal weniger als 6 mm?

M6 ist ein Nennmaß. Fertigungstoleranz, Beschichtung, Messstelle und Messmittel beeinflussen den tatsächlichen Messwert. Ein knapp unter 6 mm gemessener Außendurchmesser kann daher zu M6 gehören.

Regelgewinde oder Feingewinde?

M6 besitzt als Regelgewinde typischerweise 1,0 mm Steigung. Eine abweichende Steigung wird zusätzlich angegeben, beispielsweise M6 × 0,75. Mutter und Schraube müssen dieselbe Steigung besitzen.

Häufige metrische Schraubengrößen

Orientierungswerte für metrische Regelgewinde und gängige Sechskantprodukte
GewindeRegelsteigungTypische SchlüsselweiteHinweis
M30,5 mm5,5 mmKleine Geräte- und Maschinenverbindungen
M40,7 mm7 mmGerätebau, Halter und Abdeckungen
M50,8 mm8 mmMaschinen- und Möbelbau
M61,0 mm10 mmSehr verbreitete Montagegröße
M81,25 mm13 mmMaschinen-, Stahl- und Anlagenbau
M101,5 mm16 mmÄltere DIN-Produkte können 17 mm besitzen
M121,75 mm18 mmÄltere DIN-Produkte können 19 mm besitzen

Keine Zuordnung nur nach Schlüsselweite: Schlüsselweiten hängen von Produktnorm und Ausführung ab. Besonders bei M10 und M12 unterscheiden sich ältere DIN-Ausführungen von aktuellen ISO-Abmessungen.

Bezeichnungsbeispiele richtig entschlüsseln

M6 × 30

Regelgewinde

Metrisches Gewinde, 6 mm Nenndurchmesser und 30 mm Nennlänge. Ohne zusätzliche Angabe gilt das zugehörige Regelgewinde.

M10 × 1,25 × 50

Feingewinde

Metrisches Gewinde, 10 mm Nenndurchmesser, 1,25 mm Steigung und 50 mm Nennlänge.

M8 × 40 – 8.8

Größe und Festigkeit

M8 × 40 beschreibt die Abmessung. 8.8 ist die Festigkeitsklasse und kein Bestandteil der Größenangabe.

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Technische Angaben hinter der Schraubengröße

Eine Größenangabe beschreibt noch nicht die vollständige Schraube. Für einen sicheren Ersatz müssen Gewindesystem, Steigung, Toleranz, Kopfform, Gewindelänge und Werkstoff zusammenpassen.

6g / 6H

Gewindetoleranz

Bei metrischen ISO-Gewinden kennzeichnen Zahlen und Buchstaben die Toleranzklasse. Typische Angaben sind 6g für Außengewinde und 6H für Innengewinde. Groß- und Kleinschreibung sind technisch bedeutsam.

LH

Linksgewinde

Das übliche Gewinde ist rechtsgängig. Ein Linksgewinde muss zusätzlich gekennzeichnet werden, häufig mit LH. Es darf nicht mit einem normalen Rechtsgewinde verwechselt werden.

b

Gewindelänge

Bei Teilgewindeschrauben ist die Gewindelänge nicht identisch mit der gesamten Schraubenlänge. Sie ergibt sich aus der Produktnorm oder einer Zeichnungsangabe.

8.8

Festigkeitsklasse

Die Festigkeitsklasse beschreibt mechanische Eigenschaften, nicht die Abmessung. Zwei Schrauben M8 × 40 können deshalb trotz gleicher Größe unterschiedliche Belastbarkeit besitzen.

A2-70

Werkstoff und Festigkeit

Bei nichtrostenden Stählen kombiniert die Kennzeichnung Werkstoffgruppe und Festigkeitsklasse. Auch sie gehört nicht zur eigentlichen Größenangabe.

Zn

Oberfläche

Beschichtungen beeinflussen Korrosionsschutz, Reibung und teilweise die Gewindepassung. Größe allein reicht daher für die Beschaffung nicht aus.

Beispiel einer vollständigen Beschreibung: „Sechskantschraube ISO 4017 – M8 × 40 – 8.8 – galvanisch verzinkt“. Erst diese Kombination grenzt Bauform, Abmessung, Festigkeit und Oberfläche sinnvoll ein.

Metrische Schraube oder Zollschraube?

Die Kennzeichnung M weist auf ein metrisches ISO-Gewinde hin. Daneben existieren zöllige Gewindesysteme. Sie werden besonders bei amerikanischen Maschinen, Fahrzeugen, Importteilen und älteren Anlagen verwendet. Ähnliche Außendurchmesser bedeuten nicht, dass die Gewinde zusammenpassen.

Metrisches ISO-Gewinde

  • Bezeichnung beginnt mit M, beispielsweise M6 oder M10 × 1,25.
  • Durchmesser und Steigung werden in Millimetern angegeben.
  • Die Steigung beschreibt den axialen Abstand zweier Gewindegänge.
  • Regel- und Feingewinde können denselben Nenndurchmesser besitzen.

Unified-Zollgewinde

  • Typische Reihen sind UNC und UNF.
  • Der Durchmesser wird als Zollmaß oder Nummerngröße angegeben.
  • Die Gewindedichte wird häufig als Gänge pro Zoll beziehungsweise TPI angegeben.
  • UNC steht für eine gröbere, UNF für eine feinere Gewindereihe – bezogen auf die jeweilige Größe.
Metrische und zöllige Bezeichnungen im Vergleich
BeispielSystemDurchmesserGewindeangabe
M6 × 30Metrisches ISO-Gewinde6 mm NenndurchmesserRegelsteigung ist ohne Zusatz impliziert
M10 × 1,25 × 50Metrisches Feingewinde10 mm Nenndurchmesser1,25 mm Steigung
1/4-20 UNCUnified-Zollgewinde1/4 Zoll Nenndurchmesser20 Gewindegänge pro Zoll
1/4-28 UNFUnified-Zollgewinde1/4 Zoll Nenndurchmesser28 Gewindegänge pro Zoll

Nicht nach Gefühl kombinieren: Eine metrische Schraube kann sich zunächst in ein ähnlich großes Zollgewinde eindrehen und es dennoch beschädigen. Durchmesser und Steigung beziehungsweise TPI müssen eindeutig bestimmt werden.

Bestell-Checkliste: Eine Schraube eindeutig bestimmen

  1. Gewindesystem
    Metrisch, UNC, UNF oder ein anderes System eindeutig feststellen.
  2. Gewindegröße
    Nenndurchmesser, Steigung beziehungsweise TPI und gegebenenfalls Toleranzklasse bestimmen.
  3. Geometrie
    Länge, Gewindelänge, Kopfform, Antrieb, Schaft und besondere Spitze erfassen.
  4. Ausführung
    Produktnorm, Festigkeitsklasse, Werkstoff, Oberfläche und benötigte Stückzahl angeben.

Praxistipp: Bei unbekannten Schrauben ein scharfes Foto von Kopfprägung und Seitenansicht zusammen mit Messwerten senden. Eine passende Mutter oder ein bekanntes Gegenstück hilft zusätzlich bei der Bestimmung der Steigung.

Häufige Fragen zu Schraubengrößen

Was bedeutet M6 bei einer Schraube?

M bezeichnet ein metrisches ISO-Gewinde. Die 6 steht für einen Gewinde-Nenndurchmesser von 6 mm.

Was bedeutet M6 × 30?

Die Schraube besitzt ein metrisches M6-Gewinde und eine Nennlänge von 30 mm. Die Art der Längenmessung richtet sich nach der Kopfform.

Wird der Schraubenkopf bei der Länge mitgemessen?

Bei aufliegenden Köpfen wird üblicherweise ab der Auflagefläche unter dem Kopf gemessen. Bei Senkköpfen wird der Kopf normalerweise in die Gesamtlänge einbezogen.

Wie misst man den Durchmesser einer Schraube?

Der Außendurchmesser wird mit einem Messschieber über die äußersten Gewindespitzen gemessen. Das Ergebnis kann aufgrund zulässiger Toleranzen etwas unter dem Nennmaß liegen.

Was ist der Unterschied zwischen M6 und 6 mm?

M6 bezeichnet nicht nur einen Durchmesser, sondern ein genormtes metrisches Gewindeprofil. Eine glatte 6-mm-Stange oder eine Holzschraube mit ungefähr 6 mm Außendurchmesser ist deshalb kein M6-Gewinde.

Wie erkennt man die Gewindesteigung?

Sie wird als axialer Abstand zweier benachbarter Gewindespitzen gemessen. Am zuverlässigsten gelingt die Bestimmung mit einer Gewindelehre oder durch Abgleich mit einer bekannten Mutter.

Fachlicher Stand: Oktober 2026. Die Werte dienen der technischen Orientierung. Maßgeblich sind die konkrete Produktnorm, Zeichnung, Toleranzklasse und Herstellerangabe.